Pfarrei St. Willibrord Merkstein (bis 31.12.2009 GdG Merkstein)
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KIM Prozess abgeschlossen...

... wie geht es weiter mit den kirchlichen Gebäuden der GdG Herzogenrath/Merkstein

Presseerklärung

zum KIM-Prozess im Kirchengemeindeverband Herzogenrath/Merkstein
 

Wo ist das Problem?

Als Ergebnis einer vorausschauenden Finanzplanung hat das Bistum Aachen schon vor einigen Jahren beschlossen, künftig nicht mehr die Instandhaltung aller kirchlich genutzten Gebäude finanziell zu fördern. Dies zieht in den 71 Zusammenschlüssen von Kirchengemeinden zwar nicht notwendigerweise den Abbau von Gebäudebestand nach sich. Aber die finanzielle Unterstützung der Instandhaltung eines Drittel der pastoral, d.h. nicht wirtschaftlich genutzten Gebäude - wie beispielsweise Kirchen und Pfarrheime – wird künftig nicht mehr aus Kirchensteuermitteln zu bewältigen sein. Um den Gebäudebestand der Pfarrgemeinden auch weiterhin instand halten zu können, bieten sich den Kirchengemeinden alternative Finanzierungsmodelle, z.B. Fördervereine, Umnutzungen oder Teilumnutzungen. Auch Vermietung, Verpachtung oder Verkauf können eine Option sein. Um konkrete Zukunftsszenarien für ihre Kirchengebäude zu entwickeln, verpflichtet das Bistum Aachen alle Kirchengemeindeverbände, sich unter Wahrung der eigenen Verantwortung und Nutzungsrechte am Prozess des Kirchliches Immobilienmanagement, kurz „KIM“ zu beteiligen und untereinander zu klären, welche Gebäude sie künftig aus der Förderung durch Kirchensteuermittel herausnehmen lassen wollen.

 

Was bedeutet der KIM-Prozeß im Kirchengemeindeverband Herzogenrath/Merkstein?

Auf dem Weg der Klärung des Instandhaltungs- und Nutzungsaufwands der Gebäude im Besitz der Pfarrgemeinden im Kirchengemeindeverband Herzogenrath/Merkstein trafen sich deligierte VertreterInnen aus den drei Pfarren der GdG Herzogenrath/Merkstein zusammen mit Christiane Schmitz (Bauabteilung) und Johannes Schnettler (Pastoralabteilung) vom Bischöflichen Generalvikariat Aachen sowie Annette Diesler als Gemeindeberaterin, um im Verlaufe des letzten halben Jahres einen Vorschlag zu erarbeiteten, der dann zur Beratung/Abstimmung den verantwortlichen Gremien (Pfarreiräte – Kirchenvorstände) vorgelegt worden ist.

Ergebnis der Beratungen ist die einvernehmliche Benennung von Gebäuden durch die örtlichen Verantwortlichen, die auch in Zukunft bei Reparaturen mit einer Förderung von bis zu 70 %  der anfallenden Kosten rechnen können  (ab einer Reparatursumme von 5000 Euro), und eine Einigung über das Drittel an Gebäuden - oder genauer des umbauten Raumes (Kubikmeter), die künftig nicht mehr mit Förderungen aus Kirchensteuermitteln rechnen können. Das Ergebnis kann somit als die Entscheidung der lokalen Verantwortlichen betrachtet werden, die sich zwar im Rahmen der Bischöflichen Vorgaben bewegt, in der konkreten Umsetzung aber in der Eigenverantwortung der einzelnen Kirchengemeinden gefällt wurde.

Dabei sah der Prozess bis zu diesem Ergebnis wie folgt aus:

Zunächst wurden alle Immobilen der Kirchengemeinden im KGV Herzogenrath/Merkstein durch die St. Joseph-Stiftung aus Regensburg erfasst, um sie technisch und wirtschaftlich zu untersuchen. Diese Maßnahme wurde bistumsweit vom Bischöflichen Generalvikariat angeordnet. Dabei wurden auch die zu erwartenden Kosten für die Instandsetzung innerhalb der nächsten Jahre sowie die Sachwerte und Ertragswerte der Gebäude ermittelt.

In einem zweiten Schritt wurden die Auswertungen seitens der verantwortlichen Projektgruppe im KGV, die sich aus Vertretern der Pfarreien St. Willibrord, St. Josef und St. Gertrud zusammensetzt, überprüft und aktualisiert.

Sodann begann das gemeinsame Gespräch über den erforderlichen Anteil von 33% des  Gesamtvolumens an umbauten und nicht wirtschaftlich genutzten Räumen, der aus der kirchensteuerlichen Förderung bei der Finanzierung von Instandhaltungsmaßnahmen gestrichen werden muss. Es zeigte sich recht bald, dass dies nur gelingen kann,  wenn besonders große Gebäude mit auf den Prüfstand kommen, also auch die Kirchengebäude. Dies bedeutet nicht, dass die Kirchen zwangsweise geschlossen, umgewidmet oder abgerissen werden müssen, sondern lediglich, dass ihre Instandhaltung ohne Zuschüsse des Bistums allein in die Verfügung der Kirchengemeinden gelegt wird. An diesem Punkt wurde der Prozess für die ehrenamtlichen Deligierten aus Pfarreiräten und Kirchenvorständen und ebenfalls für die hauptamtlich angestellten, kirchlichen MitarbeiterInnen sehr schmerzhaft.

 

Wie lautet das Ergebnis?

Dennoch einigten sich die Mitglieder der Projektgruppe recht zügig und einvernehmlich auf die folgenden Ergebnisse, die von den einzelnen Kirchenvorständen nach Anhörung der Pfarreiräte verbindlich beschlossen wurden.

 

St. Josef

Die Pfarrei St. Josef lässt, weil sie nur ein einziges Kirchengebäude besitzt, alle anderen Gebäude (Pfarrhaus, Pfarrheim) mit Ausnahme der Kirche von der Förderliste streichen.

 

St. Gertrud

St. Gertrud mit ihren drei Kirchengebäuden St. Maria Himmelfahrt, St. Gertrud und St. Antonius  nimmt den großen Saal des Pfarrzentrums und das Pfarrheim Erkensstraße, das Pfarrer-Emonds-Haus in Niederbardenberg und die Filialkirche St. Marien aus der kirchensteuerlichen Förderung heraus. Die Instandhaltung der Säle wird sich künftig durch Vermietungen tragen müssen und die Instandhaltung der Marienkirche durch Spenden und durch die freiwillige Bildung von besonderen Rücklagen. Die Entscheidung, die Marienkirche von der Förderliste des Bistums zu nehmen, lag nahe, weil das Gebäude eine große Solidität in der Bausubstanz hat und der Sanierungsbedarf mittelfristig gesichert ist. Die Verantwortlichen erwarten, dass das denkmalgeschützte Gebäude aufgrund seines Status als erstes neubarockes Kirchengebäude im Rheinland die größte Chance unter den Kirchengebäuden der Pfarrei besitzt, in einer freien Finanzierung Spendenmittel zur Instandhaltung zu akquirieren.  Die Pfarrkirche St. Gertrud unterliegt zurzeit einer umfänglichen und nicht aufschiebbaren Sanierung wegen substanz- und gesundheitsgefährdender Feuchtigkeitsschäden in einer Summe von ca. 700.000 Euro, so dass es ausgeschlossen ist, auf die Förderung für das Gebäude zu verzichten. 

 

St. Willibrord

Für die Pfarrei St. Willibrord mit ihren fünf Kirchen entschieden die VertreterInnen, die Kirche St. Benno und die Kirche St. Johannes und das Pfarrheim Herz-Jesu aus der Kirchensteuerförderung herauszunehmen, ohne dass dies zwangsweise die Schließung der Kirchen nach sich zieht.

Die Pfarrkirche St. Willibrord, das größte Gotteshaus St. Thekla und die Kirche Herz Jesu sollen weiterhin bei Reparaturen vom Bistum gefördert werden.  Die Gründe dafür: Die Kirche St. Benno ist baulich gesehen in einem sehr guten Zustand. In den vergangenen Jahren wurden der Turm, die Heizung und die Kassettendecke sowie andere Gebäudeteile aufwendig in Stand gesetzt, so dass nicht damit zu rechnen ist, dass in den kommenden Jahren mittelfristig schwerwiegende Reparaturarbeiten anstehen werden.  Das Pfarrsälchen in St. Benno bleibt in der Förderung.

Die Kirche St. Johannes, zentral in Merkstein gelegen, architektonisch sehr interessant, wurde in den zurückliegenden Jahren mehrmals wegen Feuchtigkeitsbefall kostspieligen Renovierungen unterzogen. Dennoch konnte das Risiko der neuen Schimmel- und Feuchtigkeitsbildung nicht reduziert werden. Letztendlich schätzten die Deligierten aus St. Willibrord das Risiko, das der Kirchenbau von St. Johannes seit der Grundsteinlegung beinhaltet, so hoch ein, dass eine weitere Förderung durch das Bistum nicht zielführend wäre.  Selbst wenn das Bistum die Förderung für die Kirche St. Johannes beibehalten würde, hätte die Pfarrei St. Willibrord nicht die finanziellen Möglichkeiten, die Eigenleistungen zur Sanierung dieser reparaturanfälligen Kirche zu bewerkstelligen. Aufgrund der Analyse von verschiedenen Architekten würde eine kommende, umfassende Sanierung der Kirche St. Johannes das für alle fünf Kirchen Merksteins aufgestellte Budget so überdimensional überfordern, dass es aus heutiger Sicht unverantwortlich wäre, sie in der Förderung zu belassen. Dennoch wird die Pfarrei St. Willibrord mit allen Mitteln versuchen, neben den weiterhin vom Bistum geförderten Kirchen St. Willibrord, St. Thekla und Herz Jesu auch die Gotteshäuser St. Benno und St. Johannes vernünftig und angemessen zu finanzieren. Das bedeutet, dass in absehbarer Zukunft keine der Kirchen in Merkstein geschlossen werden wird. In den nächsten Jahren wird es darum gehen entweder zusätzliche Mittel für den Erhalt zu erschließen (Förderverein etc.) oder sie einer anderen Nutzung zuzuführen. Außerdem wird es mit Hilfe der bestehenden Reparaturrücklagen möglich sein, anfallende mittelschwere Arbeiten ohne Bistumsmittel selbst zu finanzieren.

 

Die Entscheidungen der Projektgruppe wurden nach der Anhörung durch die Pfarreiräte der drei Kirchengemeinden von den einzelnen Kirchenvorständen gemäß den Vorschlägen der Projektgruppe beschlossen und das neue Gebäudekonzept den Gläubigen der Kirchengemeinden auf verschiedene Weise mitgeteilt und erläutert. Damit erfüllt der KIM-Prozess im Kirchengemeindeverband Herzogenrath/Merkstein die Vorgaben des Bistums und findet damit seinen Abschluss.

Herzogenrath, 28. Februar 2016

 V.i.S.d.P.:

 

Heinz Intrau, Pfarrer

Vorsitzender der Verbandsvertretung des Kirchengemeindeverbands Herzogenrath/ Merkstein

 

Dr. Guido Rodheudt, Pfarrer

Stellvertretender Vorsitzender der Verbandsvertretung des Kirchengemeindeverbands Herzogenrath/ Merkstein

 

Bernhard Ruhl, Kirchenvorstand St. Josef, Straß

Stellvertretender Vorsitzender der Verbandsvertretung des Kirchengemeindeverbands Herzogenrath/ Merkstein

 

 


Von Mario Hellebrandt

Veröffentlicht am 29.02.2016

 
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